Pressemitteilung

    Weniger Arzneimittel-Importe lassen Ausgaben der Krankenkassen steigen / Gesundheitsreformgesetz blockiert Wettbewerb um preisgünstige Arzneimittel

    Berlin/Merzig, 13 Mai (ots) – Wie die Financial Times Deutschland heute in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, hat das rot-grüne
    Gesundheitsreformgesetz dafür gesorgt, dass im ersten Quartal 2004 deutlich weniger Arzneimittel-Importe verkauft wurden als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Auf Basis von Zahlen des
    unabhängigen Instituts IMS Health Deutschland berechnet, verzeichnet der Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD) einen
    Umsatzrückgang von Arzneimittel-Importen um 286 Millionen Euro (51,7 Prozent) im ersten Quartal 2004. Den gesetzlichen Krankenkassen gehen dadurch nach Angaben des VAD Einsparungen in Höhe von 19,9 Millionen Euro verloren. Die dramatischen Einbrüche lassen sich unmittelbar auf neue Bestimmungen im Gesundheitsreformgesetz zurückführen.
    Demnach müssen Apotheken Importe aus dem europäischen Ausland erst dann abgeben, wenn sie mindestens 15 Prozent oder 15 Euro unter dem Preisniveau der Originalpräparate liegen.

    In einer gemeinsamen Erklärung vom 4. Mai bestätigen die gesetzlichen Krankenkassen einen „rasanten Aufwärtstrend der Arzneimittelausgaben“. Nachdem die Ausgaben für Arzneimittel in den ersten zwei Monaten dieses Jahres um 34 bzw. 18 Prozent des Vorjahresniveaus einbrachen, sanken die Ausgaben im März nur noch um 1,6 Prozent.

    Die negativen Auswirkungen der Gesundheitsreform sind nach Ansicht von VAD-Vorstandsmitglied Jörg Geller auf einzelne Regelungen zurückzuführen, die dem Ziel der Arzneimitteleinsparungen entgegenstehen.
    „Der hohe Preisabstand zwischen Arzneimittel-Importen und Originalpräparaten führt zu weniger Wettbewerb auf dem
    Arzneimittelsektor, da dieser Preisabstand in vielen Fällen nicht durch die im europäischen Markt vorgefundenen Preisanstände gedeckt wird. Die Zeche dafür zahlen letztlich die Patienten durch höhere Kassenbeiträge“, so Geller.

    Sollte die Entwicklung weiter anhalten, geht der VAD davon aus, dass sich die Einsparungen der Krankenkassen durch Arzneimittel-Importe weiter bis auf die Hälfte des Vorjahresniveaus reduzieren. Das ehrgeizige Ziel von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, 2004 Arzneimittelkosten in Höhe von drei Milliarden Euro zu sparen, wäre dann vorerst in noch weitere Ferne gerückt.