Pressemitteilung

    Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht

    Neuer Rahmenvertrag senkt Importquote für Medikamente auf 5 Prozent – 10 Prozent Ersparnis eingefordert – Arzneimittelimporteure fordern Vereinfachung 

    Merzig. 26. April (ots) – Zwar musste auch diesmal wieder die Schiedsstelle her, aber mit ihrer Unterstützung haben sich Apotheker und Krankenkassen dann doch auf einen neuen Arzneimittelliefervertrag geeinigt. Ergebnis: Die Apotheker müssen sich ab dem 01.06.2004 nur noch für 5 % ihres Arzneimittelumsatzes mit preiswerten Arzneimittelimporten eindecken. Bis zum 31.05.2004 bleibt es bei der bisherigen Regelung mit einer 7-%-Quote. Da ist nicht nur der Verzicht auf Einsparungen schwer zu verstehen, sondern einiges mehr: Denn in diese 5 Prozent werden – wie es die Gesundheitsreform wollte – nur jene Importarzneimittel hineingerechnet, deren Verkaufspreis mindestens 15 % oder 15 EUR unter dem „Original“-Preis in Deutschland liegt. Damit aber nicht genug: Diese 5 % der Arzneimittel, die 15 % (oder 15 EUR) unter dem deutschen Preis liegen, müssen 10 % „Wirtschaftlichkeitsreserve“ erschließen, sprich: 0,5 % des Gesamtumsatzes mit Arzneimitteln einsparen.

    Verstanden? Die Rechnung wahrscheinlich, die dahinterstehende Philosophie wahrscheinlich nicht. Es gibt wohl auch keine. Die Pflichteinsparung von 0,5 % wird auf die teuren Importe konzentriert – also eher auf die patentgeschützten Arzneimittel der forschenden Firmen. Was die ja nun bekanntermaßen sehr ungern sehen und deshalb auch gerne die Frage nach der Attraktivität des Forschungsstandortes Deutschland aufwerfen. Warum also nicht gleich den Pflicht-Preisabstand aller Importe auf 10 % festlegen und dann alle Importe einbeziehen? Die Einsparung wäre gleich und die Lasten würden auf die Arzneimittel aller Preisklassen verteilt.

    Eine einfache Lösung. Zu einfach wahrscheinlich für die deutsche Gesundheitspolitik. Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD) zumindest gibt nicht auf: Er fordert gerade auch angesichts des neuen Rahmenvertrages, dass der Gesetzgeber den unsinnigen Zwangsabstand von 15 % oder 15 EUR revidiert. Die zukünftigen Vertragspartner hätten es sicherlich leichter.