Pressemitteilung

    Pharmagroßhändler verzeichnen hohe Umsatzeinbußen

    Vorwürfe von GIRP-Präsident Jeff Harris gegen Arzneimittel-Importeure erweisen sich als haltlos 

    Merzig/Berlin, 23. Juni (ots) – Verantwortlich für die hohen Verluste sind nach Ansicht von Jeff Harris, Präsident der Europäischen Vereinigung der vollsortierten Pharmagroßhändler (GIRP), die Parallel-Importeure. Dabei handelt es sich um Firmen, die im Ausland produzierte Arzneimittel „parallel“ zum Originalhersteller nach Deutschland einführen. Auf der 45. Jahrestagung der Pharmagroßhändler Mitte Juni in Sevilla sagte Harris, das die Arzneimittel-Importeure als Profiteure einer „unzureichenden europäischen Gesetzgebung“ auf Kosten von Großhandel und Apotheken „zu Millionären“ würden. Die Fakten auf dem deutschen Arzneimittelmarkt sprechen eine andere Sprache: In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden deutlich weniger Importarzneimittel verkauft als im gleichen Zeitraum vergangenen Jahres. Der Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD) verzeichnet im ersten Quartal 2004 einen Umsatzrückgang von 51,7 Prozent (286 Millionen Euro). Von den gesetzlichen Regelungen eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes profitieren seit Jahren besonders die Pharmagroßhändler. Schließlich verdienen multinationale Großhändler an Importen doppelt: im Ausland beim Verkauf der Originalpräparaten an Arzneimittel-Importeure und wieder beim Verkauf des Arzneimittelimports im Inland an die Apotheken.

    „Mister Harris mag im Geld schwimmen. Bei uns sind die Millionen bisher noch nicht angekommen“, so VAD-Vorstandsmitglied Jörg Geller zu den Aussagen des GIRP-Präsidenten. „Als Chef der Alliance UniChem müsste er die aktuellen Probleme der Importeure besser kennen.“ Mit hundertprozentigen Tochtergesellschaften in Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Frankreich gehört das britische Großhandelsunternehmen zu den größten Arzneimittel-Importeuren Europas. Jörg Geller: „Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt!“