Pressemitteilung

    Import-Biologicals anrechnen – Keine Einsparungen bei Biologicals zu verschenken

    Die Arzneimittel-Importeure Deutschlands empfehlen angesichts der erneut gestiegenen Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung biotechnologisch hergestellte und
    anti-neoplastische Arzneimittel (wieder) auf das erhöhte Einsparziel durch die Abgabe preisgünstiger Importarzneimittel im patentgeschützten Markt anzurechnen.

    Die Krankenkassen sehen sich einem überproportionalen Ausgabenanstieg von 5,5% ausgesetzt, der im Wesentlichen auf die sogenannte Strukturkomponente zurückgeführt wird. Es werden also zunehmend neue patentgeschützte Arzneimittel eingesetzt, die erheblich teurer sind als die bisherigen Therapiestandards. Zudem haben die Krankenkassen mit Blick auf die zahlreichen anderen, wenn auch sinnvollen, aber auch ausgabenwirksamen Gesetzesänderungen heute und künftig nichts zu verschenken.

    Unter dem Eindruck diverser Arzneimittelskandale hatte der Gesetzgeber 2019 auf massiven Druck der Pharmalobby mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) sogenannte Biologicals aus dem importrelevanten Arzneimittelmarkt herausgenommen und damit die hier erzielbaren Einsparungen für die Krankenkassen und damit den Wettbewerbsdruck auf die Hersteller tendenziell vermindert. Fast alle teuren neuen Arzneimittel sind Biologicals, mit zunehmender Tendenz. Zudem waren Import-Biologicals nie und sind auch heute kein Problemprodukt in der täglichen Pharmalogistik. Importeure sind Pharmazeutische Unternehmer, die den gleichsam für alle geltenden strengen Regularien zu Sicherheit und Qualität des Arzneimittelrechtes sowie der Good Manufactoring Practice (GMP) und der Good Distribution Practice (GDP) unterliegen.

    Nicht ohne Grund greifen die im GKV-Spitzenverband versammelten Krankenkassen seit Jahren auf das bewährte Wettbewerbs- und Einsparinstrument des Parallel-Importes zurück und realisierten bislang alleine für die gesetzlich Versicherten dauerhafte direkte und indirekten Einsparungen in Höhe von ca. 3 Mrd. Euro im Jahr.

    Die pharmazeutische Industrie wird auch weiterhin ihre Preise in Europa sehr unterschiedlich gestalten. Parallelhändler können die starken Preisunterschiede in Europa auch weiterhin schnell zugunsten der Kostenträger in Deutschland nutzbar machen.