Pressemitteilung

    „ENVI-Ausschuss mit Augenmaß“ – Umpackverbot und Overboxing gescheitert

    Merzig (30.04.2010) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschland e.V. (VAD) begrüßt den Beschluss des Gesundheitsausschusses vom 27.05.2010 über den Entwurf der Berichterstatterin Marisa Matias (GUE/NGL, PT) zum Richtlinienvorschlag zu gefälschten Arzneimitteln.
    Mit dieser Entscheidung bleibt das Umverpacken von Arzneimitteln weiterhin möglich und die Parallelhändler könnten äquivalente Sicherheitsmerkmale auf die Packungen aufbringen.
    „Mit dem deutlichen Votum haben die EU-Abgeordneten im ENVI-Ausschuss auch im Sinne des deutschen Patienten mit Augenmaß entschieden. Auch in Zukunft können Importarzneimittel zu Einsparungen beitragen. Overboxing oder Umpackverbote hätten zwar Importe unmöglich gemacht, das Problem von Fälschungen jedoch nicht gelöst.“, kommentiert Edwin Kohl, Vorsitzender des VAD den Beschluss.

    Die vom Ausschuss angenommene Definition von Arzneimittelfälschungen entspricht der vom VAD befürworteten Version.
    „Der wirksame Kampf gegen Fälschungen zum Schutz des Verbrauchers braucht eine eindeutige und allgemeingültige Definition, die Fälschungen von Verletzungen gewerblicher Schutzrechte und Herstellungsfehlern abgrenzt und die Vorsätzlichkeit betont“, so Edwin Kohl.
    Eine willkürliche Diskriminierung zwischen verschiedenen Vertriebswegen ist nicht zielführend und wurde logischerweise von einer deutlichen Mehrheit der Abgeordneten nicht unterstützt.
    Das vom Ausschuss beschlossene Verbot des Zerschneidens der Blisterstreifen hingegen darf nicht isoliert betrachtet werden. „Das Zuschneiden der Tablettenblister ist wegen unterschiedlicher Packungsgrößen notgedrungen nötig. Es sieht vielleicht nicht schön aus, das Medikament ist dennoch das gleiche“, so der VAD Vorsitzende.
    Der VAD sieht hier in der europäischen Harmonisierung der Packungsgrößen einen sehr guten Ansatz im Sinne des Verbrauchers.