Pressemitteilung

    Exportverbot aus Griechenland – Trojanisches Pferd des vfa

    (Merzig, den 10.07.2015) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) sieht in der Forderung des vfa für ein generelles Exportverbot von Arzneimitteln aus Griechenland eher den Versuch mit einem Hilfsprogramm die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu sichern. Der Ausschluß von Griechenland aus dem Referenzpreissystem würde zudem zu höheren Preisen in vielen anderen europäischen Ländern führen. Der VAD warnt sowohl Brüssel als auch Athen davor auf dieses Trojanische Pferd reinzufallen.
    Der vfa nutzt die schwierige gesamtwirtschaftliche Situation in Griechenland sowie die zusätzlichen Unsicherheiten, die sich aus dem aktuellen Referendum ergeben, um einer gleichlautenden alten Forderung aus 2012 zu einer Renaissance zu verhelfen. Der vfa malt, wie schon sein europäischer Dachverband vor über einer Woche, das Szenario der Unterversorgung mit Arzneimitteln an die Wand, sofern es in der Folge eines GREXIT zu einem Preisverfall bei Medikamenten in Griechenland kommen könnte.

    Ein generelles Exportverbot für Arzneimittel aus Griechenland ist europarechtlich nicht haltbar und es fehlt ihm jegliche sachliche Begründung. Seit dem Spitzenwert in den Jahren 2005/2006 haben sich Exporte parallelgehandelter Arzneimittel aus Griechenland mehr als halbiert. Lieferengpässen waren und würden auch in Zukunft im Kern auf die defizitäre staatliche Gesundheitskasse, die restriktive Belieferung durch die Hersteller sowie die schlechten Zahlungsbedingungen für Großhändler und Apotheken zurückzuführen sein, wie die Vorsitzende des Verbandes der griechischen Großhändler Markaki unlängst festgestellt hatte. Wenn der vfa also Griechenland helfen wollte, dann möge er bei seinen Mitgliedsfirmen um nachsichtigere Zahlungsziele für griechische Kunden werben. Zudem sind die Großhändler und Apotheken in Griechenland verpflichtet zunächst den heimischen Markt zu versorgen, bevor sie Arzneimittel ggf. in den Export geben. So hatte auch der griechische Herstellerverband vor einigen Tagen die Arzneimittelversorgung als gesichert bezeichnet. Einen Ausverkauf über den Export gibt es daher faktisch nicht.

    In diesem Zusammenhang weisen griechische Großhändler seit langem darauf hin, dass sie, sowie die von ihnen querfinanzierten Apotheken, für die Aufrechterhaltung der Versorgung u.a. auf die Liquidität aus den Exporten überschüssiger Ware angewiesen sind. Ein Exportverbot wäre daher auch aus griechischer Sicht kontraproduktiv.
    Es ist aus heutiger Sicht auch zu vermuten, dass die Hersteller bei einem Währungswechsel und/oder Preisverfall eher noch restriktiver nach Griechenland liefern und sich somit die Bezugsmöglichkeiten für Exporteure im Rahmen der Public Service Obligation weiter einschränken werden.

    Sofern es ausserhalb des regulären Marktes zu sogenannten Hilfslieferungen im Rahmen von humanitären Programmen für Griechenland kommen sollte, ist es für die Unternehmen des VAD eine moralische Selbstverständlichkeit diese Ware nicht zu beziehen.