Pressemitteilung

    Aussagen des BfArM Präsidenten nicht tragbar

    (Merzig, den 18.06.2015) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) widerspricht entschieden dem Präsidenten des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), in seiner Behauptung, dass „der Parallelimport das Einfallstor für Fälschungen“ sei. Dass der BfArM Präsident zudem keinen Grund mehr für die Importquote sieht, ist mit Blick auf die Einsparungen von 240 Mio. Euro und bei einem Potential von 340 Mio. Euro im Jahr nicht nachvollziehbar. Der VAD hält die Aussagen von Herrn Professor Dr. Broich umso bedenklicher, da er als Leiter des BfArM sehr wohl wissen müßte, dass der sogenannte Fälschungsskandal in Italien zunächst ein Skandal um gestohlene Arzneimittel und die mangelnde Sicherheit des Lieferweges zwischen Originalhersteller und Direktkunde ist. Hier ist eine differenziertere und ausgewogenere Kommunikation gefordert. Öffentliche berufs- oder industriepolitische Positionierungen, die zudem in unzulässiger und unbegründeter Weise eine einzelne Branche der legalen Vertriebskette diffamieren, sind weder sachgerecht noch stehen sie dem zu Neutralität und Objektivität gehaltenen Leiter einer Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit zu und sind somit nicht tragbar.

    Importeure sind im Gegenteil eine weitere Kontrollstufe in der legalen Lieferkette. So war es auch ein deutscher Importeur, der im Rahmen seiner Qualitätskontrolle den Fall aufdeckte und den Behörden meldete. Erst damit wurde in der Folge bekannt, dass sich staatlich zugelassene Großhändler in Italien mit krimineller Absicht an der Medikamentenhehlerei beteiligten und mit gefälschten Dokumenten eine scheinbar legale Lieferkette vortäuschten.

    Wie der VAD bereits in der Vergangenheit betont hat, liegt der eigentliche Skandal im Umgang mit den Diebstählen in Italien. Organisierte Kriminalität in Italien sowie die Untätigkeit des damals betroffenen Herstellers sowie der Umgang der italienischen Behörden mit dem Fall sind weder den deutschen Importeuren noch der Importförderung bzw. der Importquote anzulasten. Hätte der Hersteller die gestohlenen Herceptinchargen aus den Krankenhäusern und sogar ganzer LKW-Ladungen sofort in den Markt gemeldet, hätte die europäische Vertriebskette rechtzeitig und schneller reagieren können.

    Letztlich leisten auch die Importeure kohlpharma und EURIM als Vertreter ihrer Branche zusammen mit Herstellern, Großhandel und den Apotheken ihren Beitrag an dem Projekt securPharm.

    Hintergrund zu den Einsparungen: Mit einer Neuauflage der Prognos Studie „Import von Arzneimitteln – Einsparungen für das Gesundheitswesen in Deutschland“ legt der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) zum Jahreswechsel aktualisierte Erkenntnisse einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2007 vor. Neben der Quantifizierung der aktuellen Einsparungen durch verschreibungspflichtige Importarzneimittel von über 240 Mio. € p.a. sieht die Studie ein künftiges jährliches Einsparpotential von über 340 Mio. € für die Kostenträger.

    Wichtiger noch als die direkten Einsparungen sind die indirekten Ersparnisse durch den preisdämpfenden Wettbewerbseffekt des Imports. Schon bei Markteintritt und somit vor einer Nutzenbewertung sind die Hersteller eines neuen Arzneimittels bemüht, die Preisspreizung in Europa nicht zu groß werden zu lassen, um die Konkurrenz durch die Importeure zu erschweren. Schätzungen zufolge führt der Wettbewerbsdruck ab Markteintritt zu Minderausgaben von ca. 3 Mrd. Euro im Jahr.