Pressemitteilungen

    02.06.2016
    Becker und Hermann – endlich mit und nicht gegen Importe arbeiten

    (Merzig, den 02.06.2016) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD) e.V. reagiert mit zunehmendem Unverständnis auf die Angriffe des DAV-Vorsitzenden, Fritz Becker und des Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann.

    Die Liaison zwischen dem DAV und dem „Vater der Rabattverträge“ gegen Importarzneimittel überrascht. Schließlich gibt es kein Instrument der Preissenkung, dass in vergleichbarer Weise die Entscheidungsfreiheit der Apotheker begrenzt und bürokratischen Aufwand bewirkt hat wie die Rabattverträge bei Generika. Jahrelang hat insbesondere der DAV-Vorsitzende Becker, den durch die Rabattverträge ausgelösten Mehraufwand inkl. des Retaxierungsrisikos in der Apotheke kritisiert und gar ein gesondertes Beratungshonorar gefordert. Gleiches gilt für die unter Versorgungsexperten
    seit Jahren diskutierten negativen Auswirkungen auf die Adhärenz aufgrund des regelmäßigen Wechsels der beliefernden Hersteller nach erneuter Ausschreibung. Beides scheint Herr Becker heute vergessen zu haben.

    Beide scheinen ebenso vergessen zu haben, warum es eine seit Jahren erfolgreich übererfüllte und bewährte Importquote (ca. 11%) gibt. Sie ist das Ergebnis eines zwischen den Organen der Selbstverwaltung geschlossenen Vertrages zur sachgerechten Präzisierung und geregelter Umsetzung der Importförderung des Sozialgesetzbuches im Apothekenalltag. Herr Becker hat diese für den DAV direkt verhandelt, Herr Dr. Hermann ist mit der AOK Baden-Württemberg Mitglied des Spitzenverbandes Bund, dem zweiten Verhandlungspartner. Wollte Herr Becker ernsthaft den „bürokratischen
    Aufwand“ in der Apotheke verbessern, könnte er mit seinem Vertragspartner beispielsweise die Erfüllung der Importquote über alle Kassen anstreben. Jedoch ist zum gestrigen 01.06.2016 ein modifizierter Rahmenvertrag in Kraft getreten, die die Importregelung in keiner Weise berührt.

    Offensichtlich konnte sich Herr Becker, wenn er die Importquote überhaupt zum Gegenstand gemacht hat, bei seinem Verhandlungspartner nicht durchsetzen und ebenso offensichtlich vertritt Herr Dr. Hermann innerhalb der Gesetzlichen Krankenkassen eine Minderheitsmeinung.

    Ansonsten erscheint kein Argument zu abwegig, um es nicht in die Scheindiskussion zu bringen. Nichts hindert die Apotheke, sich seit jeher im Einzelfall auch gegen einen Import zu entscheiden. Schließlich beträgt die Importquote 5 Prozent und nicht 100 Prozent. Der Parallelhandel von patentgeschützten Arzneimitteln führt weder im In- noch im Ausland zu Lieferengpässen. Vielmehr sind eine restriktive Belieferung der jeweiligen Märkte durch die Originalhersteller, Marktrücknahmen aus preispolitischen Überlegungen, Produktionsprobleme auch bei Zulieferern oder unvorhersehbare Nachfragesteigerungen als Gründe zu nennen. Das von der Industrie vorgeschobene Argument hat lediglich zum Ziel den Wettbewerb durch den Import zu torpedieren und zur eigenen Gewinnmaximierung die
    Märkte abzuschotten. Es stellt sich die Frage, warum sich der DAV Vorsitzende und auch Herr Hermann in den ganzen Jahren nicht mit gleicher Verve um Lieferengpässe bei Generika in Deutschland gekümmert haben, die nachweisbar auf unzureichende Rabattverträge und ihre nachhaltigen Auswirkungen auf die Lieferantenstruktur zurückzuführen sind.

    In der Frage der Wirtschaftlichkeit sind die direkten Einsparungen im patentgeschützten Segment durch Importe in Höhe von 240 Mio. auf Basis verfügbarer Marktdaten transparent und problemlos zu berechnen. Die Einsparungen durch geheime Rabattverträge dagegen nicht. Sie nachvollziehbar zu berechnen scheitert im zweiten Jahr bereits an einem mangelnden Referenzwert.
    Des Weiteren entlasten Importarzneimittel mit geschätzten ca. 3 Mrd. Euro aus dem indirekten Wettbewerbseffekt zusätzlich die Kostenträger im RX-Bereich und liegen damit nicht weit von den genannten Einsparungen der Rabattverträge im generischen Bereich.

    Es ist zudem erstaunlich, dass insbesondere Herr Hermann staatliche Eingriffe („Marktdirigismus“) in den Gesundheitsmarkt kritisiert. Dieser ist ein besonderer Markt, da er beitragsfinanziert ist und die Nachfrage nach Leistungen einschl. Medikamenten nicht in der freien Verbraucherentscheidung liegt, sondern sich aus der Morbidität respektive der ärztlichen Verschreibung ergibt. Wenn Herr Hermann ein grundsätzliches Problem mit staatlichen Eingriffen bzw. Rahmengesetzgebungen hat, müssten auf seiner Agenda gegen „wettbewerbswidrigen Marktdirigismus“ beispielsweise auch Forderungen nach Abschaffung des Herstellerabschlages oder des Apothekenabschlages stehen, die gleichsam zu Einsparungen für die Kassen führen. Warum Herr Hermann in den Regeln des Sozialgesetzbuches und des Rahmenvertrages der Selbstverwaltungskörperschaften „reine Planwirtschaft“ erkennt, bleibt sein sozialrechtliches und ordnungspolitisches Geheimnis.

    Der VAD empfiehlt insbesondere dem DAV Vorsitzenden das Gespräch mit seinem wichtigsten Handelspartner, dem pharmazeutischen Großhandel sowie der Basis. So hat sich jüngst der MVDA sehr deutlich zur wirtschaftlichen Bedeutung der Importarzneimittel für die Apotheken positioniert. Ein konstruktives Miteinander wäre das Gebot der Stunde, nicht wenig sachgerechte Attacken. Herr Becker und Herr Hermann sollten im Interesse der notwendigen Einsparungen endlich besser mit Importen und nicht gegen sie arbeiten.

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    01.09.2015
    Kampagne: „Genauso. Nur günstiger.“

    Import-Arzneimittel vereinen Qualität und Wirtschaftlichkeit

    (Merzig, den 01.09.2015) – Mit der Kampagne „Genauso. Nur günstiger“ macht der Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD e.V.) auf die Gleichwertigkeit und die Kostenvorteile von Import-Arzneimitteln aufmerksam. In Zeiten sinkender Reserven der Krankenkassen und stetig steigender Ausgaben für patentgeschützte und verschreibungspflichtige Medikamente sind Import-Arzneimittel ein bewährtes Instrument, Qualität und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen sicherzustellen.

    Kernelement der Kampagne sind drei unterschiedliche Bildmotive, die im Herbst 2015 auf Plakatflächen im Zentrum Berlins zu sehen sind. Die Kernbotschaft des VAD lautet: Aus der EU importierte Arzneimittel sind gleichwertig zu den Originalpräparaten. Es gibt keinen Unterschied – außer den günstigeren Preis.

    Fakten zur Kampagne:
    WANN:
    1. September bis 5. Oktober 2015
    WAS:
    3 verschiedene Plakatmotive in Berlin Mitte
    WO: Fluggastbrücken am Flughafen Berlin Tegel (Terminal A)
    Digitale City-Light-Boards am Bahnhof Friedrichstraße
    Großflächen im Regierungsviertel

    EU-Import-Arzneimittel sind überwiegend patentgeschützte Originalpräparate die aufgrund unterschiedlicher Preisniveaus innerhalb der EU in Deutschland günstiger verkauft werden können. Importe erfolgen ausschließlich aus Ländern der EU. Sie werden mit einem deutschen Beipackzettel versehen und die Verpackungen erhalten eine deutschsprachige Beschriftung.

    Durchschnittlich können importierte Arzneimittel zehn Prozent unter dem deutschen Bezugspräparat angeboten werden. Das deutsche Gesundheitssystem hat erhebliche Vorteile von importierten Arzneimitteln. So belaufen sich die direkten Einsparungen durch verschreibungspflichtige Import-Arzneimittel alleine in Deutschland auf jährlich über 240 Millionen Euro (Quelle: Prognos Studie Importmarkt 2013/2014). Durchschnittlich spart somit jede Apotheke rund 14.000 Euro für die Solidargemeinschaft. Größer noch als die direkten Einsparungen sind die indirekten Ersparnisse durch den preisdämpfenden Wettbewerbseffekt des Imports. Schätzungen zufolge führt der Wettbewerbsdruck, den die Importeure bereits ab Markteintritt auf den Originalhersteller ausüben, zu Einsparungen von circa 3 Mrd. Euro jährlich.

    Der Patient merkt die Vorteile von EU-Import-Arzneimitteln nicht nur, wenn er in der Apotheke weniger für sein Medikament selbst zahlen oder zuzahlen muss, sondern auch in Form stabil bleibender Kassenbeiträge. Patienten haben als Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung, aber auch als Steuerzahler ein vitales Interesse an stabilen Krankenkassenbeiträgen.

    EU-Import-Arzneimittel sind ein effektives und funktionierendes Sparinstrument zur Kostenbegrenzung im Gesundheitswesen. In über 40 Jahren haben sich Importe als wichtiger Wettbewerber im patentgeschützten Segment entwickelt und etabliert. Sie leisten damit einen Beitrag für eine nachhaltige, effiziente und bezahlbare Arzneimittelversorgung.

    Insbesondere vor dem Hintergrund aktuell steigender Arzneimittelausgaben gilt es, die Importförderung als Sparinstrument beizubehalten und gegebenenfalls auszubauen.

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    10.07.2015
    Exportverbot aus Griechenland – Trojanisches Pferd des vfa

    (Merzig, den 10.07.2015) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) sieht in der Forderung des vfa für ein generelles Exportverbot von Arzneimitteln aus Griechenland eher den Versuch mit einem Hilfsprogramm die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu sichern. Der Ausschluß von Griechenland aus dem Referenzpreissystem würde zudem zu höheren Preisen in vielen anderen europäischen Ländern führen. Der VAD warnt sowohl Brüssel als auch Athen davor auf dieses Trojanische Pferd reinzufallen.
    Der vfa nutzt die schwierige gesamtwirtschaftliche Situation in Griechenland sowie die zusätzlichen Unsicherheiten, die sich aus dem aktuellen Referendum ergeben, um einer gleichlautenden alten Forderung aus 2012 zu einer Renaissance zu verhelfen. Der vfa malt, wie schon sein europäischer Dachverband vor über einer Woche, das Szenario der Unterversorgung mit Arzneimitteln an die Wand, sofern es in der Folge eines GREXIT zu einem Preisverfall bei Medikamenten in Griechenland kommen könnte.

    Ein generelles Exportverbot für Arzneimittel aus Griechenland ist europarechtlich nicht haltbar und es fehlt ihm jegliche sachliche Begründung. Seit dem Spitzenwert in den Jahren 2005/2006 haben sich Exporte parallelgehandelter Arzneimittel aus Griechenland mehr als halbiert. Lieferengpässen waren und würden auch in Zukunft im Kern auf die defizitäre staatliche Gesundheitskasse, die restriktive Belieferung durch die Hersteller sowie die schlechten Zahlungsbedingungen für Großhändler und Apotheken zurückzuführen sein, wie die Vorsitzende des Verbandes der griechischen Großhändler Markaki unlängst festgestellt hatte. Wenn der vfa also Griechenland helfen wollte, dann möge er bei seinen Mitgliedsfirmen um nachsichtigere Zahlungsziele für griechische Kunden werben. Zudem sind die Großhändler und Apotheken in Griechenland verpflichtet zunächst den heimischen Markt zu versorgen, bevor sie Arzneimittel ggf. in den Export geben. So hatte auch der griechische Herstellerverband vor einigen Tagen die Arzneimittelversorgung als gesichert bezeichnet. Einen Ausverkauf über den Export gibt es daher faktisch nicht.

    In diesem Zusammenhang weisen griechische Großhändler seit langem darauf hin, dass sie, sowie die von ihnen querfinanzierten Apotheken, für die Aufrechterhaltung der Versorgung u.a. auf die Liquidität aus den Exporten überschüssiger Ware angewiesen sind. Ein Exportverbot wäre daher auch aus griechischer Sicht kontraproduktiv.
    Es ist aus heutiger Sicht auch zu vermuten, dass die Hersteller bei einem Währungswechsel und/oder Preisverfall eher noch restriktiver nach Griechenland liefern und sich somit die Bezugsmöglichkeiten für Exporteure im Rahmen der Public Service Obligation weiter einschränken werden.

    Sofern es ausserhalb des regulären Marktes zu sogenannten Hilfslieferungen im Rahmen von humanitären Programmen für Griechenland kommen sollte, ist es für die Unternehmen des VAD eine moralische Selbstverständlichkeit diese Ware nicht zu beziehen.

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    18.06.2015
    Aussagen des BfArM Präsidenten nicht tragbar

    (Merzig, den 18.06.2015) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) widerspricht entschieden dem Präsidenten des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), in seiner Behauptung, dass „der Parallelimport das Einfallstor für Fälschungen“ sei. Dass der BfArM Präsident zudem keinen Grund mehr für die Importquote sieht, ist mit Blick auf die Einsparungen von 240 Mio. Euro und bei einem Potential von 340 Mio. Euro im Jahr nicht nachvollziehbar. Der VAD hält die Aussagen von Herrn Professor Dr. Broich umso bedenklicher, da er als Leiter des BfArM sehr wohl wissen müßte, dass der sogenannte Fälschungsskandal in Italien zunächst ein Skandal um gestohlene Arzneimittel und die mangelnde Sicherheit des Lieferweges zwischen Originalhersteller und Direktkunde ist. Hier ist eine differenziertere und ausgewogenere Kommunikation gefordert. Öffentliche berufs- oder industriepolitische Positionierungen, die zudem in unzulässiger und unbegründeter Weise eine einzelne Branche der legalen Vertriebskette diffamieren, sind weder sachgerecht noch stehen sie dem zu Neutralität und Objektivität gehaltenen Leiter einer Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit zu und sind somit nicht tragbar.

    Importeure sind im Gegenteil eine weitere Kontrollstufe in der legalen Lieferkette. So war es auch ein deutscher Importeur, der im Rahmen seiner Qualitätskontrolle den Fall aufdeckte und den Behörden meldete. Erst damit wurde in der Folge bekannt, dass sich staatlich zugelassene Großhändler in Italien mit krimineller Absicht an der Medikamentenhehlerei beteiligten und mit gefälschten Dokumenten eine scheinbar legale Lieferkette vortäuschten.

    Wie der VAD bereits in der Vergangenheit betont hat, liegt der eigentliche Skandal im Umgang mit den Diebstählen in Italien. Organisierte Kriminalität in Italien sowie die Untätigkeit des damals betroffenen Herstellers sowie der Umgang der italienischen Behörden mit dem Fall sind weder den deutschen Importeuren noch der Importförderung bzw. der Importquote anzulasten. Hätte der Hersteller die gestohlenen Herceptinchargen aus den Krankenhäusern und sogar ganzer LKW-Ladungen sofort in den Markt gemeldet, hätte die europäische Vertriebskette rechtzeitig und schneller reagieren können.

    Letztlich leisten auch die Importeure kohlpharma und EURIM als Vertreter ihrer Branche zusammen mit Herstellern, Großhandel und den Apotheken ihren Beitrag an dem Projekt securPharm.

    Hintergrund zu den Einsparungen: Mit einer Neuauflage der Prognos Studie „Import von Arzneimitteln – Einsparungen für das Gesundheitswesen in Deutschland“ legt der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) zum Jahreswechsel aktualisierte Erkenntnisse einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2007 vor. Neben der Quantifizierung der aktuellen Einsparungen durch verschreibungspflichtige Importarzneimittel von über 240 Mio. € p.a. sieht die Studie ein künftiges jährliches Einsparpotential von über 340 Mio. € für die Kostenträger.

    Wichtiger noch als die direkten Einsparungen sind die indirekten Ersparnisse durch den preisdämpfenden Wettbewerbseffekt des Imports. Schon bei Markteintritt und somit vor einer Nutzenbewertung sind die Hersteller eines neuen Arzneimittels bemüht, die Preisspreizung in Europa nicht zu groß werden zu lassen, um die Konkurrenz durch die Importeure zu erschweren. Schätzungen zufolge führt der Wettbewerbsdruck ab Markteintritt zu Minderausgaben von ca. 3 Mrd. Euro im Jahr.

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    11.05.2015
    Mit und nicht gegen Arzneimittelimporte arbeiten

    (Merzig, den 11.05.2015) – Der Bundesrat hat im Zuge des Bürokratieentlastungsgesetzes in seiner Sitzung vom 08. Mai 2015 einen Prüfantrag, die Importförderung nach § 129 Abs.1 Nr.2 SGB V zu streichen, abgelehnt. Damit ist ein weiterer Versuch interessierter Kreise gescheitert, die Importförderung und damit planbare Einsparungen in der Arzneimittelversorgung durch die Hintertür zu Fall zu bringen.

    Begründet wurde der Antrag aus Baden-Württemberg auch nicht im Sinne des Bürokratieabbaus, sondern mit dem in den letzten Jahren angeblich weitgehend verlorengegangenen Preisvorteil. Die existierenden Preisvorteile führen jedoch laut aktuellen Zahlen der PROGNOS-Studie zu Einsparungen von 240 Mio. Euro und weisen ein Potential von 340 Mio. Euro im Jahr auf. Der Antrag ist bis in den Wortlaut sehr ähnlich zu Äußerungen des dortigen LAV Vorsitzenden Fritz Becker und dem lokalen AOK Chef Dr. Christopher Hermann, der diesbezüglich innerhalb der Kassenlandschaft eine Einzelmeinung vertritt. Beide hatten sich bereits im vergangenen Jahr in einer ungewöhnlichen Koalition mit wechselnder Argumentation gegen die Importförderung zusammengeschlossen.

    Hatte der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates den eingeschobenen Prüfantrag formal noch durchgewunken, waren die versammelten Ministerpräsidenten im Plenum vom Antrag nicht überzeugt.

    Die Streichung der Importförderung hätte auch keine entlastende, sondern im Gegenteil eine zusätzlich belastende Wirkung für die Apotheken. Die Verpflichtung, preisgünstige Importe (15%/15 Euro-Regel) abzugeben, stellt eine klar geregelte Konkretisierung des Wirtschaftlichkeitsgebotes dar.

    Gäbe es diese nicht, könnten und müssten die Krankenkassen in jedem Einzelfall auf Grund des Wirtschaftlichkeitsgebotes prüfen, ob nicht die Abgabe eines preisgünstigeren Importarzneimittels möglich war. Die Apotheke wäre somit bei mehr Bürokratie einem zusätzlichen Retax-Risiko ausgesetzt.

    Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) fordert daher die Treiber hinter dem Antrag auf, im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes der Gesetzlichen Krankenversicherung mit Importen und nicht fortwährend gegen diese zu arbeiten und ein funktionierendes Sparinstrument im Sinne der Apotheken mit Leben zu füllen.

    Hinweis zur PROGNOS Studie: Mit einer Neuauflage der Prognos Studie „Import von Arzneimitteln – Einsparungen für das Gesundheitswesen in Deutschland“ legt der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) zum Jahreswechsel aktualisierte Erkenntnisse einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2007 vor. Neben der Quantifizierung der aktuellen Einsparungen durch verschreibungspflichtige Importarzneimittel von über 240 Mio. € p.a. sieht die Studie ein künftiges jährliches Einsparpotential von über 340 Mio. € für die Kostenträger.

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    26.01.2015
    Importe: größere Einsparungen und noch mehr Potential

    (Merzig, den 26.01.2015) – Mit einer Neuauflage der Prognos Studie „Import von Arzneimitteln – Einsparungen für das Gesundheitswesen in Deutschland“ legt der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) aktualisierte Erkenntnisse einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2007 vor. Neben der Quantifizierung der aktuellen Einsparungen durch verschreibungspflichtige Importarzneimittel von über 240 Mio. € p.a. sieht die Studie ein künftiges jährliches Einsparpotential von über 340 Mio. € für die Kostenträger.

    Im Detail ergibt sich für verschreibungspflichtige Medikamente im Jahr 2013 ein direktes Einsparvolumen in Höhe von 174 Mio. Euro und im Jahr 2014 von 222 Mio. Euro. Die indirekten Einsparungen bei den Importpräparaten ohne Originalbezug betrugen geschätzt weitere 18,5 Mio. Euro im Jahr 2013 bzw. 19,4 Mio. Euro im Jahr 2014.
    Der Vergleich mit der Vorgängerstudie auf Basis der Zahlen des Jahres 2006 zeigt, dass die Verbreitung der Rabattverträge nach § 130a Absatz 8 SGB V das Volumen der erzielten Einsparungen durch Importarzneimittel in absoluten Werten nicht gesenkt hat. So liegen die ermittelten direkten Einsparungen im Jahr 2014 nominell rund 100 Mio. Euro über denen aus dem Jahr 2006. Zunehmend werden von den Krankenkassen auch Rabattverträge über patentgeschützte Arzneimittel geschlossen. Diese stehen lediglich in Konkurrenz zu Importarzneimitteln. Insofern sind die Einsparungen, die die Krankenkassen bei diesen Rabattverträgen erzielen, zum Teil auf die Existenz von Importarzneimitteln zurückzuführen, da Originalhersteller mit dem Abschluss der Verträge versuchen, ihre Marktanteile zu erhöhen.

    Da im Zeitraum der Untersuchung Regulierungen bezüglich des Vertriebs von Arzneimitteln bestanden, fallen die realisierten Einsparungen geringer aus als das vorhandene Einsparpotenzial in einer Größenordnung von jährlich über 340 Mio. Euro. Damit wurden in der Vergangenheit bis zu 50 % des vorhandenen Einsparpotenzials nicht ausgeschöpft.

    Die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung ist und bleibt ein Dauerthema. Funktionierende Sparinstrumente werden daher auch weiterhin ihre Berechtigung haben und ggf. ausgebaut werden müssen, um die Arzneimittelkosten im Gesundheitswesen im Rahmen zu halten. In über 35 Jahren haben sich Importe als effektiver Wettbewerber im patentgeschützten Segment etabliert. Trotz der Verbreitung der Rabattverträge in den letzten Jahren hat das Volumen der erzielten Einsparungen durch Importarzneimittel zugenommen. Im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebots des Sozialgesetzbuchs werden sie auch in Zukunft ihren Anteil an den Sparbemühungen leisten.

    Gerade in den letzten beiden Dekaden sind ihr Umsatz, ihr Marktanteil und die durch sie bewirkten Ersparnisse auch durch die gezielte gesetzliche Förderung deutlich gewachsen. Zudem sind mehr und mehr Teilnehmer in diesen Markt eingetreten, die im Wettbewerb um die Gunst der Apotheker stehen. Wie ein Blick in die Lauer-Taxe zeigt, findet dieser Wettbewerb nicht zuletzt auf der Preisebene statt.

    In der Studie nicht betrachtet wurden die durch die Abgabe nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel an Kassenpatienten erzielten zusätzlichen direkten Einsparungen.

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    27.11.2014
    Keine Fälschungen aus Spanien

    (Merzig, den 27.11.2014) – Der VAD weist auf die mißverständlichen und zum Teil falschen Formulierungen in der aktuellen Meldung des PEI vom 26.11.2014 mit der Überschrift „Arzneimittelfälschungen in Spanien“ hin, die geeignet sind, Apotheker und Patienten vorschnell zu verunsichern.
    Fakt ist, dass nach Angaben der spanischen Behörde (AEMPS) bisher keine Manipulationen von illegal gehandelten Arzneimitteln bekannt geworden sind. Insofern ist bereits die Überschrift falsch und irreführend.

    Zudem gibt es in Spanien keine staatliche Subventionierung von Arzneimitteln. Der erzeugte Eindruck, dass mit spanischen Steuermitteln mitfinanzierte Arzneimittel ins Ausland verbracht wurden, ist falsch. Tatsächlich erheben Hersteller in Spanien einen günstigeren Inlandspreis und einen höheren Preis für exportierte Produkte. Das als Dual Pricing bekannte Procedere ist nach Auffassung des VAD europarechtswidrig und Gegenstand laufender Beschwerdeverfahren vor der Europäischen Kommission und spanischen Gerichten. Da aber als Folge des Dual Pricing Apotheken günstiger als Großhändler einkaufen, gibt es einen Rückverkauf von Apotheken an Großhändler.

    Das ist auch in Deutschland in Marktsegmenten gängige Praxis, in denen Apotheker günstiger als Großhändler einkaufen können, z.B. bei Generika und OTC-Präparaten. Dieser Handel zwischen Apotheken und Großhändlern bedingt keinerlei Sicherheitsgefährdungen, da sowohl Apotheken wie Großhändler gleichermaßen Fachleute im Umgang mit Arzneimitteln sind. Mit Arzneimittelfälschungen hat dieser Handel rein gar nichts zu tun.

    Die Mitgliedsfirmen des VAD haben ihre Arzneimittel ausschließlich von lizensierten Großhändlern bezogen, die nicht auf der Liste der Ermittlungsbehörden stehen. Diese Arzneimittel wären jedoch selbst dann legal bezogen worden, wenn sie aus Rückkäufen bei spanischen Apotheken stammen würden. Es besteht daher keinerlei Anlass, Apotheker und Patienten „vorsorglich“ zu verunsichern.

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    14.11.2014
    VAD entgegnet AOK BaWü

    (Merzig, den 14.11.2014) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands e.V.(VAD) reagiert in einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, Herrn Dr. Christopher Hermann, mit Erstaunen auf dessen Aussage, die Importquote sei überholt und könne entfallen. Gleichzeitig unterbreitet der Verband ein Gesprächsangebot zur Aufklärung über die Faktenlage.

    In dem Brief weist der VAD u.a. darauf hin, dass es Importarzneimittel nunmehr seit fast 40 Jahren gibt. Gerade in den letzten beiden Dekaden sind ihr Umsatz, ihr Marktanteil und die durch sie bewirkten Ersparnisse deutlich gewachsen. Zudem sind mehr und mehr Teilnehmer in diesen Markt eingetreten, die im Wettbewerb um die Gunst der Apotheker stehen. Wie ein Blick in die Lauer-Taxe zeigt, findet dieser Wettbewerb nicht zuletzt auf der Preisebene statt.

    Außerdem bewirken Importe neben direkten Einsparungen aus den Preisunterschieden zu den jeweiligen Bezugsarzneimitteln Wettbewerb in dem Marktsegment der patentgeschützten Arzneimittel, das sich ansonsten Wettbewerb weitestgehend entzieht. Die AOK Baden-Württemberg hält beispielsweise zur Zeit alleine 13 Rabattverträge für patentgeschützte Substanzen, die Sie ohne Wettbewerb durch Importarzneimittel sicherlich nicht hätten abschließen können.
    Ein weiterer, allerdings schwer meßbarer Effekt, ist die Tatsache, daß der potenzielle Wettbewerb durch Importarzneimittel schon zum Zeitpunkt der erstmaligen Preissetzung der Originatoren eine Mäßigung bewirkt.

    Die Höhe der direkten Einsparungen durch Importe läßt sich leicht durch die Multiplikation der Preisunterschiede zu den jeweiligen Bezugsarzneimitteln mit der abgegebenen Menge der Importe berechnen. Auf Basis der Zahlen von Insight Health wird sich für das laufende Jahr eine Ersparnis von etwa 300 Millionen Euro ergeben, was ca. 1 % der Gesamtausgaben der Krankenkassen zum Apothekenverkaufspreis entspricht.

    Da der Apothekenverkaufspreis nicht der für die Krankenkassen maßgebliche Preis ist, sondern erhebliche gesetzliche und vertragliche Rabatte sowie der Apothekenrabatt abzuziehen sind, dürfte der reale Prozentsatz deutlich höher liegen. Es verwundert daher, daß die AOK Baden-Württemberg für sich lediglich eine Ersparnis von nur 0,3% berechnet.

    Ansonsten sind Importe in ihrer nunmehr fast 40-jährigen Geschichte, abgesehen von den Vorkommnissen der letzten Monate, nie dadurch aufgefallen sind, problematische Ware in den Markt gebracht zu haben. Im Gegenteil haben die Importeure immer einen sehr großen Wert darauf gelegt, alles dafür zu tun, die Sicherheit der durch sie vertriebenen Arzneimittel zu gewährleisten. So sind beispielsweise die Logistikleistungen einiger Importeure Vorbild für die gesamte Pharmaindustrie.

    Allerdings haben kriminelle Aktivitäten im gesamten europäischen Pharmamarkt an Bedeutung gewonnen. So kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Fälschungen der aktiven Substanzen bei sowohl Originalherstellern, wie Generikaanbietern. Der größte bisherige Fälschungsskandal in Deutschland bezog sich auf Omeprazol der Firma Hexal, das in die legale Handelskette gelangen konnte, weil Großhändler ein Schnäppchen machen wollten. Auch Diebstähle sind nicht lediglich ein Problem Italiens. Einem deutschen Pharmalogistiker ist eine größere Anzahl an Paketen gestohlen worden, die Arzneimittel unterschiedlichster Anbieter enthielten. Man muß davon ausgehen, daß diese Arzneimittel den Weg in die legale deutsche Handelskette gefunden haben.

    Importe sind somit keinesfalls ein besonderes Einfallstor für problematische Arzneimittel. Ganz im Gegenteil decken gerade Importeure bedingt durch ihren Produktionsprozeß problematische Arzneimittel auf. Schließlich nehmen die Mitarbeiter der Importeure jede einzelne Packung und deren Inhalt in die Hand.

    So war es auch ein Importeur, der ein verändertes Herceptin-Fläschchen entdeckte und damit den Skandal um in Italien gestohlener Ware in Deutschland überhaupt bekannt machte. Damit hat sich dieser Importeur um die Arzneimittelsicherheit nicht nur in Deutschland verdient gemacht.

    Natürlich hält nicht jeder Import einen Preisabstand von 15% oder 15 Euro ein. Das ist unter anderem Folge des Einkaufswettbewerbs deutscher und internationaler Importeure untereinander und zudem der Tatsache geschuldet, daß die Preise im Ausland nicht immer niedrig genug sind, um den in §129 SGB V geregelten Preisabstand einzuhalten. Allerdings zwingt auch keine Quote und keine sonstige gesetzliche Regelung den Apotheker zur Abgabe dieser Arzneimittel, die immerhin gleichwohl zu Einsparungen der Kassen beitragen.

    Einige wenige Importeure haben besonders in den Jahren 2011-2013 tatsächlich Arzneimittel angeboten, die auf Basis des für die Krankenkassen maßgeblichen Erstattungspreises teurer als die Bezugsarzneimittel waren. Unser Verband, sowie einzelne Mitgliedsunternehmen haben schon ab 2011 Kostenträger, die Politik und vor allem auch die Apotheker diesbezüglich aufgeklärt. Auch bezüglich dieser Arzneimittel gab es für die Apotheken keinen Abgabezwang. Wir haben die Apotheker im Gegenteil informiert, daß mit der Abgabe dieser Arzneimittel ein erhebliches Retaxierungsrisiko verbunden ist, das sich inzwischen auch in vielen Fällen realisiert hat.

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    28.10.2014
    VAD lässt Versorgungsvertrag überprüfen

    (Merzig, den 28.10.2014) – Der Verband der Arzneimittelimporteure (VAD e.V.) hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit der Bitte angeschrieben, den Arzneimittelversorgungsvertrag Bayern (AV-Bay) in der seit 01.10.2014 gültigen Fassung auf eine ergänzende Regelung zu Importen hin zu überprüfen, die die Abgabe für Apotheken erschwert. Für den VAD ist die ergänzende länderspezifische Regelung über die Abgabe von Importen durch die Apotheken in Bayern nichtig, da der bundeseinheitliche Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung nach § 129 Abs. 2 SGB V eine solche Regelungsbefugnis explizit verneint und darüber hinaus die in Kritik stehenden Regelungen dem Rahmenvertrag bzw. dem vorrangigen Bundesrecht widersprechen.

    So hatte der Bayerische Apothekerverband (BAV) mit seinen Vertragspartnern geregelt, dass bei Verordnung eines Arzneimittels mit dem Zusatz „Import“ eines der drei preisgünstigsten, wirkstoffgleichen Arzneimittel abgegeben werden muss. Nach der bundeseinheitlich geltenden Regelung des Rahmenvertrages hat der Apotheker jedoch die Wahl zwischen allen Importarzneimitteln, deren für die Krankenkassen maßgeblichen Erstattungspreise unterhalb des Erstattungspreises des Bezugsarzneimittels liegen. Das Gleiche gilt für die Verordnung eines konkreten Importarzneimittels. Auch hier soll nur zwischen diesem und den drei preisgünstigsten gewählt werden dürfen. Tatsächlich kann der Apotheker auch in diesem Fall jedes Importarzneimittel abgeben, dessen Erstattungspreis unterhalb des Erstattungspreises des originär verordneten Importarzneimittels liegt.
    Zudem soll der Austausch zwischen Import und Original oder umgekehrt auch bei Kennzeichnung des Aut-idem Feldes durch den Vertragsarzt zulässig sein. Auch hier soll einem vorhandenen rabattbegünstigten Präparat der Vorzug gegeben werden.

    Damit stellt sich der Vertrag gegen das Retax-Urteil des Sozialgerichtes Koblenz vom 07.01.2014, dass auch für den Importbereich der ärztlichen Therapiehoheit und Verschreibung Vorrang vor einem Rabattvertrag bestätigte.
    Das Gericht entschied in dem Fall unter Auslegung des § 129 SGB V zugunsten des Apothekers sowie im Sinne des Patienten. Die Therapiehoheit der Ärzte blieb gewahrt und die Apotheker sollten endlich Rechtssicherheit bekommen. Der AV-Bay hebelt in der Konsequenz das vorrangige Bundesrecht ohne Befugnis und zu Lasten der Apotheker aus.

    Über die konkrete Prüfanfrage an das zuständige Gesundheitsministerium hinaus kritisiert der VAD weitere Regelungen, die negative Folgen für die Apotheken haben können.
    So erlaubt der Vertrag den Apothekern bei Nichterreichbarkeit des verordneten Arztes eine eigenständige Änderung des Rezeptformulars hinsichtlich Menge oder Wirkstärke. Hier gehen die Vertragsparteien das Risiko ein, sich im Bereich der durchaus strafrechtlich relevanten Urkundenfälschungen bzw. Urkundenunterdrückung zu bewegen.

    Der Vertrag erlaubt, dass Regelungen über eine erweiterte pharmaökonomische Verantwortung getroffen werden können. Dies kann nur zum Nachteil des Apothekers sein.
    Ebenso werden Auskunftspflichten bezüglich Einkaufspreise begründet, die das Fünfte Sozialgesetzbuch lediglich für den Sonderfall der Parenteralernährung kennt.

    Zuletzt geht die Regelung über die gesetzlichen Anforderungen des Umsatzsteuergesetzes hinaus, wenn vom Apotheker neben einer Papierrechnung auf Verlangen der Krankenkasse noch zusätzlich eine digitale Rechnung angefordert werden kann.

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    10.10.2014
    „Vor der eigenen Haustür kehren“

    VAD widerspricht vfa

    (Merzig, den 10.10.2014) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD e.V.) widerspricht der Hauptgeschäftsführerin des vfa, Frau Birgit Fischer, in ihrer Einschätzung, dass Arzneimittelimporte an sich die „Achillesferse in der sicher geschlossenen Lieferkette“ sind.

    Importe sind im Gegenteil eine weitere Kontrollstufe in der Lieferkette. So war es auch ein deutscher Importeur, der die manipulierten Herceptinfläschen über einen italienischen Großhändler zwar bezog, aber erkannte und den Behörden meldete. Erst damit wurde in der Folge bekannt, dass sich staatlich zugelassene Großhändler in Italien mit krimineller Absicht an der Medikamentenhehlerei beteiligten und mit gefälschten Dokumenten eine scheinbar legale Lieferkette vortäuschten.

    „Der eigentliche Skandal liegt im Umgang mit den Diebstählen in Italien“, so Jörg Geller, Vorstandsmitglied des VAD. „Hätte das vfaMitglied Roche den Diebstahl u.a. seiner Herceptinchargen aus den Krankenhäusern und sogar ganzer LKW-Ladungen sofort in den Markt gemeldet, würden wir heute nicht diese Diskussion führen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Hersteller hier monetäre und wohl auch Imagegründe vor die Sicherheit der Lieferkette und am Ende die Sicherheit der Patienten stellt. Bezüglich höherer Anforderung an die Sorgfalt ist hier zunächst vor der eigenen Haustür zu kehren“, so Geller weiter.

    Zudem fordert Frau Fischer die Importförderklausel auf den Prüfstand zu stellen und begründet dies damit, dass die deutschen Preise gegenwärtig unter den europäischen Durchschnitt gerutscht wären und das AMNOG alleine den Preisdruck übernommen hätte. „Wenn dem so wäre, hätte sich der Import von alleine erledigt. Im Gegenteil ist 2014 der Marktanteil der Importe im Vergleich zu 2013 nochmals gestiegen. Die europäische Preisspreizung ist noch immer da und sie ist groß genug für Einsparungen durch Importarzneimittel“, so Geller.

    Hintergrund:
    Auf Basis der Zahlen von Insight Health für die Monate Januar bis August 2014 werden in 2014 hochgerechnet etwa 37 Millionen ImportPackungen mit direkten Einsparungen von rund 300 Millionen Euro in Deutschland abgegeben. Die direkten Einsparungen durch Importe sind damit etwa doppelt so groß wie die Einsparungen aus der frühen Nutzenbewertung für 2013.
    Wichtiger noch als die direkten Einsparungen sind die indirekten Ersparnisse durch den preisdämpfenden Wettbewerbseffekt des Imports. Schon bei Markteintritt und somit vor einer Nutzenbewertung sind die Hersteller eines neuen Arzneimittels bemüht, die Preisspreizung in Europa nicht zu groß werden zu lassen, um die Konkurrenz durch die Importeure zu erschweren. Schätzungen zufolge führt der Wettbewerbsdruck ab Markteintritt zu Minderausgaben von ca. 3 Mrd. Euro im Jahr.

    Um die legale Vertriebskette noch sicherer zu machen, leisten die Importeure kohlpharma und EURIM als Vertreter ihrer Branche zusammen mit Herstellern, Großhandel und den Apotheken ihren Beitrag an dem Projekt securPharm.

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    18.02.2013
    Wirtschaftlichkeit deutlich sichtbar machen

    (Merzig, den 18.02.2013) – Seit dem 1. Februar werden für bislang 13 Präparate in den Apothekensoftwaresystemen die von den Erstanmeldern mit der GKV ausgehandelten Rabatte nach § 130b SGB V ausgewiesen. Seitdem stellt sich für die Apotheke die Frage, wann eine Importalternative zu einem solchen Präparat wirtschaftlich oder gar preisgünstig im Sinne der 15/15-Regel ist.

    Um wirtschaftlich zu sein, muss dass Importarzneimittel unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Abschläge und der Rabatte nach 130b SGB V unterhalb des Preises des Bezugsarzneimittels liegen. Ist der Import dann auch noch 15% oder 15 Euro günstiger, rechnet er auf die Quote an.
    Da Importeure keine eigenständigen Rabatte verhandeln, kommt es auf den Vergleich des für die Versicherten maßgeblichen Arzneimittelabgabepreises des rabattierten Bezugsarzneimittels mit dem entsprechenden Import unter Berücksichtigung der gesetzlichen Abschläge gemäß § 130a Absatz 1, 1a, 2, 3a und 3b SGB V an. Dabei ist bei der Feststellung des für die Versicherten maßgeblichen Arzneimittelabgabepreis ein Rabatt nach §130b SGB V zu berücksichtigen.

    Der VAD begrüßt ausdrücklich die Aufforderung der ABDA an die Softwarehäuser, technisch sicherzustellen, dass die Apotheker sich sofort und eindeutig ein sachgerechtes Bild über die Wirtschaftlichkeit oder Preisgünstigkeit eines Importarzneimittels machen können. Der VAD regt zudem an, konsequenterweise in der Software den Apotheker auch darauf hinzuweisen, wenn Importe unwirtschaftlich sind, um nicht in eine Retax-Falle zu laufen. Somit vermeidet der Apotheker die Abgabe eines Importes dessen Apothekenverkaufspreis in der Software zwar günstiger als das Bezugsarzneimittel erscheint, tatsächlich aber für die Kostenträger nach Abzug der gesetzlichen Abschläge zum Teil deutlich teurer ist. Unternehmen wie CC Pharma oder Milinda erzielen mit unwirtschaftlichen Importen Umsätze in einer dreistelligen Millionenhöhe.

    Zudem unterstützt der VAD die Auffassung des BMG, den um den Rabatt nach § 130b SGB V reduzierten Herstellerabgabepreis zum für die Berechnung der Aufschläge der weiteren Handelsstufen maßgeblichen Preis zu machen. Diesbezüglich wäre eine gesetzliche Klarstellung erforderlich.

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    10.04.2012
    Jetzt sind die Krankenkassen am Zug: Arzneimittelpreise öffentlich machen!

    Merzig (10.04.12) – Zur aktuellen Debatte um die CDU-Forderung nach „Geheimpreisen für die Pharmaindustrie“ erklärt das Vorstandsmitglied des Verbandes der Arzneimittel-Importeure Deutschlands e.V. (VAD), Jörg Geller:
    Schluss mit der Phantomdebatte: Kein Gesetz, kein Lobbyverband darf und wird erreichen können, dass die Arzneimittelpreise in Deutschland geheime Verschlusssache bleiben.
    Die Krankenkassen verhandeln mit ihrer Nachfragemacht die Preise mit der Pharmaindustrie. Niemand kann sie daran hindern, diese Rabattpreise zu veröffentlichen.

    Der VAD fordert die Krankenkassen im Sinne der Transparenz und der fairen Marktgestaltung auf, – unabhängig von den offiziellen Preislisten – in Rabattverhandlungen erzielte Ergebnisse zu veröffentlichen. Die Unternehmen des VAD ihrerseits werden dies ebenfalls tun, wo immer es möglich ist.

    Transparenz ist eine wesentliche Bedingung eines funktionierenden Marktes. Ohne Kenntnis der Preise des Inlands können Importarzneimittel nicht angeboten werden, da sie per Gesetz billiger sein müssen als die Originalarzneimittel, um vorrangig abgegeben zu werden. Schon heute weiß kein Apotheker, welches Medikament für eine Kasse preiswerter ist, da dies von unbekannten Rabatten, Abschlägen und Verhandlungen zwischen den einzelnen Herstellern und den Kassen abhängig ist.

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    16.12.2011
    CC Pharma kommt Ausschluss aus VAD zuvor

    Merzig (16.12.2011) Der Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschlands e. V. (VAD) hat gestern die fristlose Kündigung des Mitgliedsunternehmens CC Pharma GmbH aus Densborn erhalten. Der VAD begrüßt den Austritt von CC Pharma GmbH mit sofortiger Wirkung. Die CC Pharma GmbH kommt mit der Kündigung einem Ausschluss aus dem Verband zuvor, der Thema einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung am 09.01.2012 gewesen wäre. Hintergrund sind einzelne Geschäftspraktiken der CCPharma GmbH, die gegen die allgemeinen Grundsätze der Arzneimittelimporteure Deutschlands verstoßen.

    Zu den Grundsätzen des Arzneimittelimports und damit aller VAD Mitglieder in Deutschland gehört, dass importierte Arzneimittel für die Krankenkassen zu Einsparungen führen sollen und deshalb günstiger sein müssen als die Originalpräparate. Das drückt sich auch in § 129 SGB V aus, wonach Apotheken verpflichtet sind, Importarzneimittel abzugeben, wenn diese unter Berücksichtigung aller zu gewährenden gesetzlichen Abschläge 15 Prozent oder mindestens 15 EUR günstiger sind als die Originalarzneimittel.
    Diesem fundamentalen Kernwert aller VAD Mitglieder ist die CC Pharma GmbH nicht länger gefolgt. So bietet das Unternehmen Importarzneimittel an, die nach ihrem in der Apothekensoftware hinterlegten Verkaufspreis der Apotheke günstiger erscheinen als das Original, tatsächlich für die Krankenkasse aber teurer sind.
    Somit ist das eigentliche Ziel und der Sinn von Importarzneimitteln, nämlich Einsparungen zu erzielen, konterkariert.

    Geschädigt werden ebenfalls die abgebenden Apotheken, die nichts ahnend und unverschuldet einem erhöhten Risiko der Retaxierung ausgesetzt werden. Damit ist die CC Pharma GmbH für den VAD als Mitgliedsunternehmen nicht länger tragbar.

    Vor diesem Hintergrund hat die CC Pharma GmbH die Intransparenz des deutschen Arzneimittelpreissystems ausgenutzt. Der dem Apotheker bekannte Apothekenverkaufspreis hat nämlich nur entfernt mit dem Preis zu tun, den die Krankenkasse tatsächlich entrichtet. Dieser Preis berechnet sich ausgehend vom Apothekenverkaufspreis abzüglich gesetzlicher Rabatte, ist also niedriger als der Apothekenverkaufspreis.

    Um wie viel niedriger er ist, ist u.a. davon abhängig, wie hoch der Preis zum Zeitpunkt des Preismoratoriums im Jahr 2009 war und welche Nachlässe aus Rabattverträgen zu berücksichtigen sind. Der Apotheker, der für die Abgabe eines Arzneimittels verantwortlich ist, kann jedoch nicht erkennen, welches Arzneimittel für die Krankenkasse de facto günstiger ist.

    Die Mitgliedsunternehmen des VAD schaffen durch die Importe Wettbewerb und wollen, dass die Krankenkassen durch die Preisvorteile von Importarzneimitteln profitieren.
    So hat der gesamte Importmarkt in Deutschland im Jahr 2010 zu direkten Einsparungen in Höhe von ca. 300 Mio. Euro beigetragen.

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    25.02.2011
    Importeure betreiben seriöses Geschäft

    Merzig (25.02.2011) Wie verschiedene Staatsanwaltschaften bestätigten, wird zur Zeit gegen einige Pharmagroßhändler ermittelt, die von namhaften Pharmakonzernen für afrikanische Märkte bestimmte Präparate illegal in EUPackungen verpackt und in die legalen Handelswege eingeschleust haben sollen.

    Dem Vernehmen nach werden Verstöße gegen das Arzneimittelrecht und Verletzungen des Markenrechts untersucht. Da es sich bei den illegal in Verkehr gebrachten Arzneimitteln um Originale der betroffenen Hersteller gehandelt hat und lediglich die Packmittel gefälscht waren, war die Sicherheit von Patienten nicht gefährdet. Auch kamen Apotheken nicht zu Schaden.

    Mit dem legalen und politisch gewollten Handel mit Arzneimitteln innerhalb der Europäischen Union hat der aufgedeckte Skandal jedoch nichts zu tun, obwohl interessierte Kreise immer wieder in unlauterer Weise versuchen, hier eine Verbindung herzustellen.

    Die Mitgliedsfirmen des Verbandes der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD) betreiben seit über drei Jahrzehnten ein seriöses Geschäft zum Nutzen der deutschen Versicherten, die durch den Re- und Parallelimport innerhalb der EU Jahr für Jahr ca. 3 Milliarden Euro Kosten für zumeist patentgeschützte Arzneimittel direkt und indirekt einsparen. Der Einkauf findet bei behördlich zugelassenen Pharmagroßhändlern statt.

    Ursache für kriminelle Handlungen der nunmehr aufgedeckten Art ist nicht die in Deutschland bestehende Abgabeverpflichtung von Importarzneimittel und die sog. Importquote. Vielmehr spielen vor allem die erheblichen Preisgefälle eine Rolle, wie sie zwischen europäischen und afrikanischen Märkten bestehen.

    Der VAD begrüsst daher ausdrücklich die nunmehr in Kraft getretene EU-Richtlinie zur Verbesserung der Fälschungssicherheit von Arzneimitteln und erhofft sich davon eine deutliche Erschwernis für Kriminelle, gefälschte oder nicht für europäische Märkte bestimmte Arzneimittel in die legale Handelskette einzuschleusen.

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    21.05.2010
    Auch Private zahlen mehr

    Erhöhung des Herstellerrabattes trifft auch privat Versicherte

    Merzig (21.05.2010) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands e.V. (VAD) befürchtet eine zusätzliche Steigerung der Arzneimittelausgaben auch der privaten Krankenversicherungen, sollten die Importeure nicht von der geplanten Erhöhung des Herstellerrabattes von 6% auf 16% ausgenommen werden.

    Die unverhältnismäßige Erhöhung des Herstellerrabattes um 10% im laufenden Geschäftsjahr sowie der geplante lange Zeitraum von mehr als drei Jahren eliminiert schätzungsweise 80% der Importeure, vernichtet ca. 4.000 direkte Arbeitsplätze und verringert den relevanten Markt um ca. 50%.
    Neben dem drohenden Verlust des einzig funktionierenden Wettbewerbs bei patentgeschützten Arzneimitteln und in Folge von nachgewiesenen direkten und indirekten Einsparungen von dauerhaft rund 3 Mrd. Euro jährlich für die gesetzlichen Kostenträger, zahlen mittelfristig auch privat Versicherte, darunter viele Beamte und Selbstständige mit kleineren und mittleren Einkommen, noch höhere Preise für ihre Arzneimittel.

    „Eine Bereinigung des Importmarktes um 50% entzöge auch der PKV ein wesentliches Einsparpotential“, so Edwin Kohl, Vorsitzender des VAD und warnt vor den sektorübergreifenden Auswirkungen der geplanten Erhöhung. So gelten weder der Herstellerrabatt, der Apothekenabschlag pro abgegebener Packung oder die Festbeträge für die privaten Krankenversicherungen.

    Dem Privatpatient bleibt heute in der Apotheke nur der günstigere Import, um sich oder seiner Versicherung vermeidbare Mehrkosten zu sparen“, so Kohl. „Ein dezimierter Importmarkt bedeutet ein bereinigtes Sortiment, damit ein vermindertes Angebot und letztlich ein weiterer Anstieg der Arzneimittelausgaben auch für die PKV.“

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    19.05.2010
    Griff in die falsche Tasche

    Stellungnahme des VAD zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften – Öffentliche Anhörung am 19. Mai 2010

    Merzig (19.05.2010) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands e.V. (VAD) sieht in der beabsichtigten Erhöhung des Herstellerrabattes gemäß § 130 a Abs. 1 SGB V für pharmazeutische Unternehmen von gegenwärtig 6% auf 16% vom 01.08.2010 bis zum 31.12.2013 eine überproportionale Belastung für die mittelständischen Importeure.
    Eine Erhöhung des Herstellerrabattes um 10% eliminiert schätzungsweise 80% der Importeure, vernichtet ca. 4.000 direkte Arbeitsplätze und verringert den relevanten Markt um ca. 50%. Neben dem drohenden Verlust des einzig funktionierenden Wettbewerbs bei patentgeschützten Arzneimitteln und in Folge von nachgewiesenen direkten Einsparungen für die Kostenträger von rund 300 Mio. Euro jährlich, bestehen für wesentliche Teile der geplanten Neuregelungen aus Sicht des VAD erhebliche verfassungs- und europarechtliche Bedenken.

    „Importarzneimittel helfen sparen und sind nicht verantwortlich für den Kostenanstieg bei patentgeschützten Arzneimitteln, im Gegenteil“, so Edwin Kohl, Vorsitzender des VAD. „Mit dem gesetzlichen Preisabstand tragen Importe per se bereits zu durchschnittlich 12,85% Einsparungen bei. Weitere 10% Zwangsrabatt bestrafen hier die Falschen.“ Müssten die Importeure neben dem gesetzlichen Preisabstand, der ökonomisch als Rabatt zu verstehen ist, zusätzlich einen Herstellerrabatt von weiteren 10 % tragen, läge der Einkaufspreis in den Einkaufsländern der Importeure über dem in Deutschland erzielbaren Nettoverkaufspreis.
    Zwar gelten Importeure arzneimittelrechtlich als Hersteller, sind aber von ihrem Geschäftsmodell her primär Handelsunternehmen, die eine Handels- und keine Herstellermarge realisieren. „Die VADMitgliedsunternehmen haben in den letzten drei Jahren einen Vorsteuergewinn von durchschnittlich 3,68% realisiert, Tendenz fallend“, so Kohl. „Da sind 10% Erhöhung des Zwangsrabattes nicht drin. Der kurzfristige Griff in die falsche Tasche der Importeure zerstört bereits mittelfristig eine ganze Branche. Der Wettbewerb im patentgeschützen Bereich wäre ausgehebelt.“

    In der Folge entfällt bei Neueinführungen der Originalhersteller die ordnungs- und wettbewerbspolitisch bedeutsame Preisdämpfungsfunktion der Importeure, die nach Berechnungen des VAD zusätzlich zu indirekten Einsparungen von ca. 2,7 Mrd. Euro jährlich beiträgt.
    Deshalb sollte bei einer etwaigen Einführung eines erhöhten Herstellerrabattes der besonderen Situation der Parallel- und Reimporteure durch eine Ausnahmeregelung Rechnung getragen werden. Der VAD begrüßt daher den Änderungsantrag der SPDBundestagsfraktion.

    Die ausführliche Stellungnahme finden Sie unter www.vad-news.org

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    30.04.2010
    „ENVI-Ausschuss mit Augenmaß“ – Umpackverbot und Overboxing gescheitert

    Merzig (30.04.2010) – Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschland e.V. (VAD) begrüßt den Beschluss des Gesundheitsausschusses vom 27.05.2010 über den Entwurf der Berichterstatterin Marisa Matias (GUE/NGL, PT) zum Richtlinienvorschlag zu gefälschten Arzneimitteln.
    Mit dieser Entscheidung bleibt das Umverpacken von Arzneimitteln weiterhin möglich und die Parallelhändler könnten äquivalente Sicherheitsmerkmale auf die Packungen aufbringen.
    „Mit dem deutlichen Votum haben die EU-Abgeordneten im ENVI-Ausschuss auch im Sinne des deutschen Patienten mit Augenmaß entschieden. Auch in Zukunft können Importarzneimittel zu Einsparungen beitragen. Overboxing oder Umpackverbote hätten zwar Importe unmöglich gemacht, das Problem von Fälschungen jedoch nicht gelöst.“, kommentiert Edwin Kohl, Vorsitzender des VAD den Beschluss.

    Die vom Ausschuss angenommene Definition von Arzneimittelfälschungen entspricht der vom VAD befürworteten Version.
    „Der wirksame Kampf gegen Fälschungen zum Schutz des Verbrauchers braucht eine eindeutige und allgemeingültige Definition, die Fälschungen von Verletzungen gewerblicher Schutzrechte und Herstellungsfehlern abgrenzt und die Vorsätzlichkeit betont“, so Edwin Kohl.
    Eine willkürliche Diskriminierung zwischen verschiedenen Vertriebswegen ist nicht zielführend und wurde logischerweise von einer deutlichen Mehrheit der Abgeordneten nicht unterstützt.
    Das vom Ausschuss beschlossene Verbot des Zerschneidens der Blisterstreifen hingegen darf nicht isoliert betrachtet werden. „Das Zuschneiden der Tablettenblister ist wegen unterschiedlicher Packungsgrößen notgedrungen nötig. Es sieht vielleicht nicht schön aus, das Medikament ist dennoch das gleiche“, so der VAD Vorsitzende.
    Der VAD sieht hier in der europäischen Harmonisierung der Packungsgrößen einen sehr guten Ansatz im Sinne des Verbrauchers.

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    26.03.2010
    Tausende Arbeitsplätze in Gefahr – Rösler stärkt forschende Pharmakonzerne

    Merzig (26.03.2010) – „Das heute bekannt gewordene Eckpunktepapier aus dem BMG ist keineswegs geeignet, die Arzneimittelpreise dauerhaft zu senken“, so Edwin Kohl, Vorsitzender des Verbands der Arzneimittel-Importeure Deutschlands e. V. (VAD).

    Vielmehr sei mit weiter steigenden Preisen zu rechnen. In Ländern mit Preisverhandlungen, aber ohne das Korrektiv des Arzneimittelimports, wie den USA und der Schweiz, liegen die Preise für patentgeschützte Arzneimittel deutlich über dem deutschen Niveau. Der Importhandel mit EU-Arzneimitteln habe dagegen in den letzen 30 Jahren das Preisniveau in Deutschland um über 25 % gesenkt und hindere die forschenden Pharmakonzerne durch vorgezogenen Wettbewerb daran, die Preise in Deutschland nach Belieben festzusetzen. Dadurch werden zur Zeit jährlich ca. 3 Mrd. EUR eingespart. Importarzneimittel haben heute in Deutschland einen Marktanteil von 25 % am patentgeschützten Markt und sind das einzige funktionierende Preiskorrektiv in
    diesem Segment.

    Durch den für drei Jahre geltenden Herstellerzwangsrabatt von 16 %, der sich durch die Preisunterschiede in Europa nicht refinanzieren lässt, soll dieses den Herstellern unliebsame Wettbewerbsinstrument nun beseitigt werden.

    „Dadurch werden die Kassen nicht nur kurzfristig zusätzlich belastet, sondern auch ca. 4.000 direkte und eine gleiche Anzahl indirekter Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen vernichtet“, so Kohl weiter.

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    10.12.2008
    Presseerklärung des VAD

    Heute Mittag (10. Dezember 2008) hat Kommissar Günter Verheugen sein lang erwartetes Arzneimittelpaket vorgestellt. Zuvor hatte es die Europäische Kommission offiziell einstimmig angenommen.

    Das Arzneimittelpaket besteht aus

    – einer Mitteilung, die einen Reflexionsprozess über Möglichkeiten zur Verbesserung des Marktzugangs in Gang bringen und die Initiativen im Bereich der Arzneimittelforschung in der EU fördern soll

    – einem Vorschlag zur Bekämpfung der  immer häufiger auftretenden Arzneimittelfälschungen und illegalen Verbreitung von Arzneimitteln

    – Vorschlägen über die Bereitstellung von hochwertigen, für die Bevölkerung leicht zugänglichen Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel

    – Vorschlägen für einen besseren Schutz der Patienten durch den Ausbau des EU-Systems zur Sicherheitsüber wachung für Arzneimittel („Pharmako- vigilanz“)

    Die Annahme des Pakets war bereits für Ende Oktober 2008 erwartet worden. Diese musste jedoch mehrfach verschoben werden, da Verheugen auf entschiedenen Widerstand anderer Kommissare stieß. Ein komplettes Verbot des Parallelhandels zur Bekämpfung gefälschter Arzneimittel sahen sie als nicht gerechtfertigt und zweckmäßig an. In kontinuierlicher  und beharrlicher Arbeit hat der Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschlands  e.V. (VAD) immer wieder betont und nachgewiesen, dass der Parallelhandel vielen Menschen nutzt und niemandem schadet. Mit detaillierten Informationen haben sie die Kommission zu einem Vorschlag bewegen können, mit dem sich die Parallelhändler durchaus anfreunden können. Die Mitglieder des VAD haben schon immer die Echtheit der Medikamente geprüft und werden dies auch weiterhin in der gewohnt verantwortungsvollen Art und Weise tun.

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    12.06.2008
    Pressemitteilung des Verbandes der Arzneimittelimporteure Deutschlands e.V. (VAD)

    Merzig, 12. Juni – Zu den Äußerungen des Verbandsvorsitzenden der Versandapotheken Christian Buse angesichts der Vorwürfe, der Apothekenversandhandel begünstigte den Vertrieb gefälschter Arzneimittel, erklärte das Vorstandsmitglied des Verbandes der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD) Jörg Geller:

    “Es lässt sich nicht bestreiten, daß das Problem der gefälschten Arzneimittel primär mit dem zunehmenden Internethandel und auf diesem Markt tätigen unseriösen Anbietern begründet ist.“

    Darauf reagiert jetzt die Politik.

    Das ist dem Verband der Versandapotheken auch bewusst. Der Versuch seines Vorsitzenden wider besseres Wissen , die Re- und Parallelimporte von Originalarzneimitteln in die Nähe der Fälschung zu rücken, ist plump und verantwortungslos.

    Alle Arzneimittel aus Re- und Parallelimporten sind Originale aus der Produktion des jeweiligen Arzneimittelherstellers. Sie unterliegen seiner Qualitätskontrolle und werden bei in der europäischen Union tätigen Großhändlern bezogen. Im Zuge des Kennzeichnungsprozesses werden die importierten Arzneimittel nochmals einer Kontrolle durch den
    jeweiligen Importeur unterzogen. In der über 30jährigen Geschäftstätigkeit von Arzneimittelimporteuren in Deutschland ist nicht ein Fall bekannt geworden, daß ein Importeur ein gefälschtes Arzneimittel auf den Markt gebracht hätte. So haben die Importeure alleine in 2007 über 33 Millionen Packungen in Deutschland vertrieben.

    Folgerichtig hat auch die Bundesregierung in einer Stellungnahme gegenüber der EU-Kommission deutlich gemacht, dass
    Arzneimittelfälschung nicht durch den Re- und Parallelimport auf den Markt gelangten und es sich um zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte handele, die nichts miteinander zu tun haben. Nach Auffassung der Bundesregierung muss der Parallelimport erhalten bleiben, weil er Wettbewerb schafft und die Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten um über 200 Mio. Euro jährlich entlastet.

    Geller fügte abschließend hinzu, dass er die Nervosität von Buse angesichts der politischen Debatte um die Verantwortung des Versandhandels bei Arzneimittelfälseken auf chungen verstehe. Es sei aber klar, daß Fälschungen auch nicht über zugelassene europäische Vereken auf den Markt gelangen würden, die der Kontrolle der jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörden unterstünden. Allerdings müssten die Versandapotheken ihr Problem schon selbst lösen. Das Zeigen auf unbeteiligte Dritte werde den Versandhandelsapotheken eher schaden.

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    10.04.2006
    Arzneimittel-Importeure schließen Mitglieder aus

    Mitglieder des Verbandes der Arzneimittel-Importeure gehen geschlossen in den Gesundheitsreformprozess 

    Merzig, 10. April – Mit sofortiger Wirkung schließt der Verband der
    Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD) die Firmen Opti Arznei GmbH und die A.C.A. Müller ADAG Pharma AG aus dem Verband aus. „Da sich beide Firmen gegen die gemeinsam verabschiedeten Ziele unseres Verbandes gerichtet haben, blieb uns keine Wahl“, erklärte
    VAD-Vorstandsmitglied Jörg Geller heute. „Mit seinen starken Mitgliedern kann sich der VAD jetzt schlagkräftiger als bisher für eine wirtschaftliche Arzneimittelversorgung in Deutschland einsetzen.“

    Die Mitglieder des Verbandes der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD) repräsentieren rund 80 Prozent des deutschen Importarzneimittel-Marktes. Zu den Zielen des Verbandes gehört die Förderung des Parallel- und Re-Imports als Mittel zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Binnenmarktes, der alle Bürger mit Medikamenten zu angemessenen Preisen versorgt.

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    23.06.2004
    Pharmagroßhändler verzeichnen hohe Umsatzeinbußen

    Vorwürfe von GIRP-Präsident Jeff Harris gegen Arzneimittel-Importeure erweisen sich als haltlos 

    Merzig/Berlin, 23. Juni (ots) – Verantwortlich für die hohen Verluste sind nach Ansicht von Jeff Harris, Präsident der Europäischen Vereinigung der vollsortierten Pharmagroßhändler (GIRP), die Parallel-Importeure. Dabei handelt es sich um Firmen, die im Ausland produzierte Arzneimittel „parallel“ zum Originalhersteller nach Deutschland einführen. Auf der 45. Jahrestagung der Pharmagroßhändler Mitte Juni in Sevilla sagte Harris, das die Arzneimittel-Importeure als Profiteure einer „unzureichenden europäischen Gesetzgebung“ auf Kosten von Großhandel und Apotheken „zu Millionären“ würden. Die Fakten auf dem deutschen Arzneimittelmarkt sprechen eine andere Sprache: In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden deutlich weniger Importarzneimittel verkauft als im gleichen Zeitraum vergangenen Jahres. Der Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD) verzeichnet im ersten Quartal 2004 einen Umsatzrückgang von 51,7 Prozent (286 Millionen Euro). Von den gesetzlichen Regelungen eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes profitieren seit Jahren besonders die Pharmagroßhändler. Schließlich verdienen multinationale Großhändler an Importen doppelt: im Ausland beim Verkauf der Originalpräparaten an Arzneimittel-Importeure und wieder beim Verkauf des Arzneimittelimports im Inland an die Apotheken.

    „Mister Harris mag im Geld schwimmen. Bei uns sind die Millionen bisher noch nicht angekommen“, so VAD-Vorstandsmitglied Jörg Geller zu den Aussagen des GIRP-Präsidenten. „Als Chef der Alliance UniChem müsste er die aktuellen Probleme der Importeure besser kennen.“ Mit hundertprozentigen Tochtergesellschaften in Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Frankreich gehört das britische Großhandelsunternehmen zu den größten Arzneimittel-Importeuren Europas. Jörg Geller: „Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt!“

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    26.04.2004
    Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht

    Neuer Rahmenvertrag senkt Importquote für Medikamente auf 5 Prozent – 10 Prozent Ersparnis eingefordert – Arzneimittelimporteure fordern Vereinfachung 

    Merzig. 26. April (ots) – Zwar musste auch diesmal wieder die Schiedsstelle her, aber mit ihrer Unterstützung haben sich Apotheker und Krankenkassen dann doch auf einen neuen Arzneimittelliefervertrag geeinigt. Ergebnis: Die Apotheker müssen sich ab dem 01.06.2004 nur noch für 5 % ihres Arzneimittelumsatzes mit preiswerten Arzneimittelimporten eindecken. Bis zum 31.05.2004 bleibt es bei der bisherigen Regelung mit einer 7-%-Quote. Da ist nicht nur der Verzicht auf Einsparungen schwer zu verstehen, sondern einiges mehr: Denn in diese 5 Prozent werden – wie es die Gesundheitsreform wollte – nur jene Importarzneimittel hineingerechnet, deren Verkaufspreis mindestens 15 % oder 15 EUR unter dem „Original“-Preis in Deutschland liegt. Damit aber nicht genug: Diese 5 % der Arzneimittel, die 15 % (oder 15 EUR) unter dem deutschen Preis liegen, müssen 10 % „Wirtschaftlichkeitsreserve“ erschließen, sprich: 0,5 % des Gesamtumsatzes mit Arzneimitteln einsparen.

    Verstanden? Die Rechnung wahrscheinlich, die dahinterstehende Philosophie wahrscheinlich nicht. Es gibt wohl auch keine. Die Pflichteinsparung von 0,5 % wird auf die teuren Importe konzentriert – also eher auf die patentgeschützten Arzneimittel der forschenden Firmen. Was die ja nun bekanntermaßen sehr ungern sehen und deshalb auch gerne die Frage nach der Attraktivität des Forschungsstandortes Deutschland aufwerfen. Warum also nicht gleich den Pflicht-Preisabstand aller Importe auf 10 % festlegen und dann alle Importe einbeziehen? Die Einsparung wäre gleich und die Lasten würden auf die Arzneimittel aller Preisklassen verteilt.

    Eine einfache Lösung. Zu einfach wahrscheinlich für die deutsche Gesundheitspolitik. Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD) zumindest gibt nicht auf: Er fordert gerade auch angesichts des neuen Rahmenvertrages, dass der Gesetzgeber den unsinnigen Zwangsabstand von 15 % oder 15 EUR revidiert. Die zukünftigen Vertragspartner hätten es sicherlich leichter.

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    13.04.2004
    Weniger Arzneimittel-Importe lassen Ausgaben der Krankenkassen steigen / Gesundheitsreformgesetz blockiert Wettbewerb um preisgünstige Arzneimittel

    Berlin/Merzig, 13 Mai (ots) – Wie die Financial Times Deutschland heute in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, hat das rot-grüne
    Gesundheitsreformgesetz dafür gesorgt, dass im ersten Quartal 2004 deutlich weniger Arzneimittel-Importe verkauft wurden als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Auf Basis von Zahlen des
    unabhängigen Instituts IMS Health Deutschland berechnet, verzeichnet der Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD) einen
    Umsatzrückgang von Arzneimittel-Importen um 286 Millionen Euro (51,7 Prozent) im ersten Quartal 2004. Den gesetzlichen Krankenkassen gehen dadurch nach Angaben des VAD Einsparungen in Höhe von 19,9 Millionen Euro verloren. Die dramatischen Einbrüche lassen sich unmittelbar auf neue Bestimmungen im Gesundheitsreformgesetz zurückführen.
    Demnach müssen Apotheken Importe aus dem europäischen Ausland erst dann abgeben, wenn sie mindestens 15 Prozent oder 15 Euro unter dem Preisniveau der Originalpräparate liegen.

    In einer gemeinsamen Erklärung vom 4. Mai bestätigen die gesetzlichen Krankenkassen einen „rasanten Aufwärtstrend der Arzneimittelausgaben“. Nachdem die Ausgaben für Arzneimittel in den ersten zwei Monaten dieses Jahres um 34 bzw. 18 Prozent des Vorjahresniveaus einbrachen, sanken die Ausgaben im März nur noch um 1,6 Prozent.

    Die negativen Auswirkungen der Gesundheitsreform sind nach Ansicht von VAD-Vorstandsmitglied Jörg Geller auf einzelne Regelungen zurückzuführen, die dem Ziel der Arzneimitteleinsparungen entgegenstehen.
    „Der hohe Preisabstand zwischen Arzneimittel-Importen und Originalpräparaten führt zu weniger Wettbewerb auf dem
    Arzneimittelsektor, da dieser Preisabstand in vielen Fällen nicht durch die im europäischen Markt vorgefundenen Preisanstände gedeckt wird. Die Zeche dafür zahlen letztlich die Patienten durch höhere Kassenbeiträge“, so Geller.

    Sollte die Entwicklung weiter anhalten, geht der VAD davon aus, dass sich die Einsparungen der Krankenkassen durch Arzneimittel-Importe weiter bis auf die Hälfte des Vorjahresniveaus reduzieren. Das ehrgeizige Ziel von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, 2004 Arzneimittelkosten in Höhe von drei Milliarden Euro zu sparen, wäre dann vorerst in noch weitere Ferne gerückt.

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    12.01.2004
    Mangels Beweise – Keine wesentliche Änderung für Importarzneimittel durch EuGH-Entscheid

    Merzig, 12. Januar (ots) – Es sei nicht nachgewiesen worden, dass die Bayer AG mit französischen bzw. spanischen Pharmagroßhändlern eine „Vereinbarung“ zur Verhinderung von Reimporten des Blutdrucksenkers Adalat nach Großbritannien getroffen habe. Mit dieser Feststellung kippte der EuGH in letzter Instanz einen Bußgeldbescheid der Europäischen Kommission von damals 3 Mio. ECU gegen die Bayer AG. Die Bayer AG hatte Anfang der neunziger Jahre ihre Lieferungen nach Spanien und Frankreich beschränkt, um Reimporte zu erschweren. Die Großhändler wurden aufgefordert, Adalat nur noch für den Heimatmarkt zu ordern. Sie haben zum Teil dem Bayer-Wunsch gemäß reagiert, zumTeil haben sie auch versucht, diese Einkaufsbeschränkungen zu umgehen.

    Jedenfalls lasse sich – so der EuGH – aus ihrem Verhalten nicht ableiten, dass eine „Vereinbarung“ zur Einschränkung des freien Handels zustande gekommen sei. Auch eine stillschweigende Vereinbarung nicht. Diese Schlussfolgerung aber hatte die EU-Kommission gezogen und deshalb die Bayer AG nach Artikel 81 EG-Vertrag, der „Vereinbarungen“ verbietet, sanktioniert. Auch konnte keine systematische Kontrolle der Großhändler seitens der Bayer AG nachgewiesen werden, die auf ein einvernehmliches Handeln hätte schließen lassen. Eine Quotierung ohne Vereinbarung als solche verstoße aber erst dann gegen den EG-Vertrag (Artikel 82), wenn eine marktbeherrschende Stellung vorliege.

    Der EuGH betont, dass seine Entscheidung dem vorliegenden Fall und hier ausschließlich der Frage der „Vereinbarung“ gilt. Er weist darauf hin, dass in einem etwas anders gelagerten Fall auch die Rechtsprechung völlig anders sein kann: Im Jahr 1990 z.B. hatte das Gericht einen Arzneimittelhersteller schuldig gesprochen, der auf seinen Rechnungen „Export verboten“ aufgedruckt hatte. In diesem Fall ging der EuGH von einem stillschweigenden Einverständnis zwischen Hersteller und Großhändler aus.

    Edwin Kohl, Vorsitzender des VAD, begrüßt, „dass die Kommission bereits erklärt hat, in ihrer Bemühung nicht nachlassen zu wollen, das heutige Quotierungs-Unwesen der Pharmahersteller nach anderen Kriterien zu überprüfen“. Er setzt außerdem auf die neuen EU-Richtlinien, die gesetzliche Schranken gegen Quotensysteme vorsehen. Das Parlament hatte sie vor Weihnachten verabschiedet. Die Annahme durch den Ministerrat wird noch in diesem Monat erwartet.

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